Goethe // Götz

GÖTZ – Ein Mann ein Wort – Einblick in eine Seele

nach Johann Wolfgang von Goethes „Götz von Berlichingen mit der eisernen Hand“
Inszenierung: Stefan Meißner // Schauspiel: Jörg Schulze-Neuhoff

Premiere in Bochum im ROTTSTR5 Theater!: 07.09.14
Premiere in Dortmund im Theater im Depot: 04.10.14

 

In ihrer ersten gemeinsamen Produktion Kafka//Der Bau, mit der sie im ROTTSTR5 Theater! debütierten und drei Jahre durch die Spielstätten zogen, machten sich Stefan Meißner und Jörg Schulze-Neuhoff aus Bielefeld daran, mit wenigsten Mitteln die relativ unbekannte, unvollendete letzte Erzählung Kafkas auf die Bühne zu bringen. Unbeirrt von dem, was es an Interpretationen gab und ebenso unbeeindruckt von dem, was und wie andere Theater inszenieren. Dabei entstand ein Solostück, in dem tiefe Einblicke in die Seele einer gequälten Kreatur sichtbar und spürbar wurden.

GÖTZ, frei nach Goethes „Götz von Berlichingen mit der eisernen Hand“, ist nun die zweite Eigenproduktion der Beiden und wieder ist ein eineinhalbstündiges Solostück dabei herausgekommen – wieder erhält das Publikum Einblick in die Seele und das Leben und Denken eines Individuums, das aneckt mit seiner Umwelt und irgendwie aus der Zeit gefallen zu sein scheint.

Zur Rezeptionsgeschichte von Goethes Klassiker gehört, dass dieser von der Propagandamaschinerie des Dritten Reichs vereinnahmt und missbraucht wurde. Vielleicht ein Grund, warum er in den aktuellen Spielplänen der Theater nur äußerst selten auftaucht. Lediglich in Jagsthausen, auf der Burg derer von Berlichingen, wird der GÖTZ regelmäßig mit großem Aufwand, Pferden und Reitern, auf der Freilichtbühne aufgeführt. Dieses Werk zu einem Solostück zu verarbeiten und somit ins Kleine zu übertragen ist eine Herausforderung. Dabei kann naturgemäß der Anspruch weder darin bestehen, möglichst viel der literarischen Vorlage zu präsentieren noch etwa der, mit erhobenem gesellschafts-politischen Zeigefinger waghalsige Parallelen zwischen Gestern und Heute zu ziehen. Meißner und Schulze-Neuhoff bleiben ihrem Konzept jedoch treu, große Literatur gerade auch für Nicht-Theatergänger anschaulich und spannend zu machen. Wie in Kafka//Der Bau, geht es in ihrer Version des GÖTZ darum, den Konflikt des Protagonisten in seiner Welt, dessen Ideale, seinen Kampf und sein Scheitern darzustellen. Freiheit! Die restliche Interpretation obliegt dem mündigen Publikum.

GÖTZ, heutzutage weder unseren Schulkindern noch den meisten ihrer Eltern bekannt, lebt nur noch in seinem schwäbischen Wutbürgergruß weiter. Den allerdings kennt jedes Kind und die meisten von uns denken diesen immer dann, wenn wir trotzig sind, oder selbstbewusst oder… okay, manchmal auch einfach nur unerzogen… Aber es ist eine heftige Aussage, hinter der etwas Großes steht, die Forderung nach Selbstbestimmung und somit nach persönlicher Freiheit.

Stefan Meißner hat sparsam inszeniert und zeitgemäß. Eine Herausforderung  an Textbearbeitung, Bühne und Regie. Jörg Schulze-Neuhoff spielt den GÖTZ, ist GÖTZ und gleichzeitig dessen Gesprächspartner. Eine Herausforderung an den Schauspieler.

Entstanden ist das lebendige Porträt einer polarisierenden Person seiner Zeit – wie Goethe es gemeint haben könnte –  80 Minuten zeitgemäßen Theaters mit starken Bildern und starken Texten.
„Groß, laut, unvergesslich“ (HAZ)

 

….ist die Neuauflage von Goethes Klassiker “Götz von Berlichingen” als Solo-Aufführung.

Ein Mann auf der Bühne allein – die eiserne Hand zur Faust geballt.
Der Originaltext steht in einer modernen Inszenierung. Zeitlos und zeitgemäß?

Götz ist Mittelalter. Götz ist Faust- und Fehderecht. Naturrecht und Treue.
Götz ist Rebell und Reaktionär. Ein Reichs- und Raubritter.
Götz ist Postmoderne. Und Götz ist soviel mehr als sein schwäbischer Wutbürgergruß.

“Schließt eure Herzen sorgfältiger als eure Tore [...]
Die Nichtswürdigen werden regieren mit List,
Und der Edle wird in ihre Netze fallen.”

Vielleicht steht Götz tatsächlich auf verlorenem Posten.
Vielleicht gibt es wahre Freiheit wirklich nur im Jenseits.
Doch wer kann das schon mit Gewissheit sagen?

Regie: Stefan Meißner
Schauspiel: Jörg Schulze-Neuhoff
Dauer der Aufführung: ca. 80 Min

 

TERMINE

So, 07.09.14, 19:30 Uhriiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii ROTTSTR5 Theater! BOCHUM
Sa, 13.09.14, 19:30 Uhr ROTTSTR5 Theater! BOCHUM
Fr, 03.10.14, 19:30 Uhr Movement-Theater BIELEFELD
Sa, 04.10.14, 20:00 Uhr Theater im Depot DORTMUND
Fr, 10.10.14, 20:30 Uhr Falkendom BIELEFELD
So, 12.10.14, 19:00 Uhr Der kleine Bühnenboden MÜNSTER
Fr, 17.10.14, 20:30 Uhr Falkendom BIELEFELD
Do, 23.10.14, 19:30 Uhr ROTTSTR5 Theater! BOCHUM
Sa, 25.10.14, 20:00 Uhr Theater auf der Deele DREYEN
Fr, 31.10.14, 21:00 Uhr Speicher II, Atelier 2.6 MÜNSTER
Sa, 08.11.14, 20:00 Uhr Theater im Depot DORTMUND
Do, 13.11.14, 19:30 Uhr ROTTSTR5 Theater! BOCHUM
Sa, 14.02.15, 19:30 Uhr Movement-Theater BIELEFELD
Sa, 21.02.15, 20:00 Uhr Amalthea Theater PADERBORN
Sa, 07.03.15, 19:30 Uhr Moselschlößchen TRABEN-TRARBACH
Sa, 14.03.15, 20:00 Uhr Theater im Depot DORTMUND
Fr, 20.03.15, 20:00 Uhr LitteraNova HILDESHEIM
Sa, 21.03.15, 20:00 Uhr LitteraNova HILDESHEIM
Do, 30.04.15, 19:30 Uhr ROTTSTR5 Theater! BOCHUM
Do, 28.05.15, 20:00 Uhr Theater im Depot DORTMUND
Fr, 28.08.15, 20:00 Uhr Fort Aiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii MINDEN
Sa, 29.08.15, 20:00 Uhr Zimmertheater OSNABRÜCK
Sa, 12.09.15, 20:00 Uhr KulturStation WETZLAR
Sa, 24.10.15, 20:00 Uhr Theater im Depot DORTMUND
So, 01.11.15, 20:00 Uhr Zimmertheater OSNABRÜCK
Sa, 07.11.15, 20:30 Uhr Kleiner Bühnenboden MÜNSTER
Di, 10.11.15, 20:00 Uhr Waggonhalle MARBURG
Fr, 27.11.15, 20:30 Uhr Kleiner Bühnenboden MÜNSTER


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